Grandits, Tanja: Tanja vegetarisch

Die Basler Spitzenköchin Tanja Grandits war mir bisher kein Begriff. Ihr Restaurant STUCKI in Basel war mir auch nicht bekannt.

Jetzt, nachdem ich ihr Kochbuch etliche Male durchgeblättert und einige Rezepte nachgekocht habe, muss ich sagen:

Tanja Grandits gehört nun, wie Yotam Ottolenghi zu meinen absoluten Favoriten, was Kochbuch-Autoren betrifft und Grandits STUCKI wird genauso wie Ottolenghis Nopi zu den ersten Highlights nach der Corona-Krise gehören.

Abgesehen von den schmackhaften und originellen Rezepten, auf die ich nachher kurz eingehen werde, finde ich äußerst sympathisch und charmant, wie Tanja Grandits Persönliches preisgibt und ihre Tochter Emma integriert, die sogar ein Vorwort verfasst, in dem sie betont, dass vegetarisches Essen für sie kreativer, bunter und fröhlicher als „normales Essen“ ist.

Daheim isst die Familie vegetarisch und gutes Essen gehört für die Autorin zum Lebensglück.

Tanja Grandits hat die Rezeptsammlung vor allem für ihre Tochter Emma, die selbst nicht gern kocht, verfasst. Es ist eine Zusammenstellung von Emmas liebsten Gerichten. Tanja Grandits möchte ihrer Tochter gutes Essen neben Liebe und Werten wie Respekt und Dankbarkeit auf ihren Lebensweg mitgeben. Welch‘ schöne Gesinnung!

„Tanja vegetarisch“ ist ein hochwertig und edel gestaltetes Kochbuch, in dem die Köchin auch verrät, welcher Koch was kocht, wenn er für das Mitarbeiteressen im Restaurant zuständig ist und das mit vielen ansprechenden, kunstvoll arrangierten und appetitanregenden Fotos bereichert, aufgelockert und belebt wird. Die Gerichte werden toll garniert, geschmackvoll angerichtet und durch die Fotos stilvoll in Szene gesetzt.

Es ist in 10 Kapitel unterteilt. Egal ob im Kapitel „Frühstück“, „Snacks und Sandwiches“, „Salate“, „Suppen“, „Hülsenfrüchte“, „Gemüse und Kartoffeln“, „Reis und Pasta“, „aus dem Ofen“, „Desserts und Käse“, oder „in der Schatzkammer“, überall fand ich schon beim ersten Durchblättern Rezepte, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen und schon bald klebten etliche Post-its an den Buchseiten.

Die „gebratenen Sesamnudeln mit Soja-Ei“, die Emma am liebsten zum Frühstück isst, sind ruckzuck fertig, äußerst raffiniert und lecker.

Die „Rosmarinrösti mit Avocadosalsa“ und die „Tortillas mit Kichererbsen und Fenchel“ schmecken hervorragend. Da hatte Tanja Grandits richtig tolle Ideen.

Äußerst originell und fein sind die „Käsewaffeln mit Harissa-Quark“. Der Teig besteht aus einer tollen Kombination mit Maismehl.

Höchst Interessant und oberlecker sind die „Zucchini-Feta-Fritter mit Koriander-Hummus“. Hummus mit Koriander und roten Linsen! Toll!

Ich könnte jetzt noch „ewig“ so weitermachen, weil ich schon so viele außergewöhnliche und positive Erfahrungen mit Rezepten dieser Köchin gemacht habe, aber sie alle aufzuzählen würde langweilen.

Nur noch ein Beispiel möchte ich erwähnen, weil es ganz aktuell ist. Ich habe es heute Mittag gekocht: „Linsen-Spinat-Curry mit Minze“. Schon der betörende Geruch beim Zermörsern von Kardamom, Bockshornklee und Koriander ließ mich tief inhalieren und erfüllte mich mit Vorfreude auf das Gericht, das umwerfend riecht und köstlich schmeckt.

Ach ja! Die klassische „Crème brûlée“ ist nicht nur Emmas Lieblingsdessert!

Als ich gegen Ende des Buches auf eine Abwandlung der schwäbischen Kässpätzle, „Ziegenkäse-Spätzle mit Salbei“, gestoßen bin, wurde ich erstmal hellhörig. Schweiz? Kässpätzle? Die gehören doch ins Schwabenland 😉

Aber wenn man dann die einleitenden Worten von Tanja Grandits liest, erfährt man, dass sie von der schwäbischen Alb kommt. Alles klar!

Da ich auch aus dem Schwabenland komme, kenne ich das Original in- und auswendig. Tanja Grandits hat eine äußerst leckere Variante der hochkalorischen Wohlfühlbombe kreiert.

Ich kann und möchte dieses Kochbuch ohne „wenn und aber“ empfehlen.

Es beinhaltet unfassbar tolle, peppige, farbenfrohe und unkomplizierte Rezepte, die manchmal aufwändig, meist aber mit gut überschaubarem Zeitaufwand nachzukochen sind.

In jedem Fall aber lohnt sich die zeitliche Investition, denn das Ergebnis gelingt und schmeckt immer.

Und gelernt habe ich neben neuen Kochkreationen auch noch etwas anderes: Rande sind rote Beete! Wer hätte das gedacht? 😂

5/5⭐️

🇨🇭

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