Lee, Min Jin: Ein einfaches Leben

Die Witwe Yangjin betreibt Anfang des 20. Jh ein Logierhaus in Südkorea. Sie hat eine Tochter, Sunja und zwei Dienstmädchen. Sunja lernt auf dem Markt Koh Hansun, einen wohlhabenden, aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Fischgroßhändler kennen. Er bemüht sich sehr um sie und zwischen den beiden entspinnt sich Freundschaft und Liebe. Sunja wird schließlich, mit 16 Jahren, schwanger; Koh Hansun, der Vater des Kindes, kann sie jedoch nicht heiraten, weil er in Japan bereits eine Ehefrau und Töchter hat.

Der 26 jährige und von Geburt an kränkliche Pastor Isak Baek, der auf der Durchreise von Pjöngjang zu seinem Bruder nach Osaka/Japan ist, erleidet im Logierhaus einen Rückfall seiner kürzlich durchgemachten, aber nicht ausgeheilten Tbc und kuriert sie dort mit Hilfe der fürsorglichen Pflege von Yangjin und Sunja aus. Als der gutmütige und großzüge Menschenfreund von Sunjas Notlage erfährt, beschließt er, ihr einen Heiratsantrag zu machen. Sie nimmt an und das junge Paar reist gemeinsam nach Japan, um in Osaka ein neues Leben zu beginnen.
Den interessanten und berührenden Verlauf dieses Lebens lernen wir auf den folgenden Seiten kennen.

Der 544 Seiten lange Roman ist gleichzeitig berührende Familien- und interessante Einwanderungsgeschichte.

Ich fühlte mich prächtig unterhalten und ich erfuhr viel Neues und Wissenswertes, z. B. über die erbärmlichen Umstände und unmenschlichen Reglements, in denen die koreanische Bevölkerung in Japan und im kolonialisierten Korea leben mussten und z. B. über die Diskriminierung und Unterdrückung der Christen, denen die Japaner vorwarfen, Rebellen zu sein.

Die Sprache war flüssig und bildhaft; ich flog regelrecht durch die Seiten.
Es gab keine Längen, keine Seite war überflüssig

5/5⭐️

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